"Wenn ein Mensch wieder aufsteht,
dann ist es ein Wunder Gottes!"
Eindrücke vom SOS-Kongress am 23./24. Februar in Kassel
Nicht wir halten Gott fest. Gott hält uns fest.
Auf der Bühne sitzt eine Gruppe von Menschen und spricht über ein altes, aber immer wieder aktuelles Thema. „Leid - Warum lässt Gott das zu?“ Und EC-Bundespfarrer Rudolf Westerheide macht deutlich: „Wir alle sind Spezialisten, wenn es um das Thema Leid geht. Es gibt keine Gottesbeziehung ohne Leiden. Und es gibt auch keine Liebe ohne Leiden.“
Offen, aber ohne das eigene Schicksal wie eine Standarte vor sich her zu tragen, werden wir hineingenommen in sehr berührende Lebens- und Leidensgeschichten. Da ist der ehemalige Pastor, der ein 4,5 Monate altes, schwerkrankes Kind zu Grabe tragen musste. Er erzählte davon, wie er zu Gott gefleht hatte, ein Wunder zu erwartete und bitter enttäuscht wurde. Letztlich waren die Zweifel so groß, dass er nicht mehr als Pastor dienen konnte. Eine Gewissheit aber ist gereift: „Nicht wir halten Gott fest. Gott hält uns fest.“
Wenn ein Mensch wieder aufsteht, dann ist es ein Wunder Gottes
Dieses Thema auf die Bühne zu bringen, ohne dass es sich im Geplauder und allgemeinen Talkshow-Trash verliert, ist schon mutig. Einig war sich die Runde darüber, dass es keine einfachen Antworten gibt. Und wenn ein Mensch nach einem schweren Schicksalsschlag wieder aufsteht, dann ist es ein Wunder Gottes.
Der erste Tag des SeelsorgeOffensivSeminars (SOS) hatte es in sich und verlangte den 250 Teilnehmenden schon einige Steherqualitäten ab. Nach der Anreise, der Auftaktveranstaltung und zwei Seminareinheiten noch eine intensive Abendveranstaltung mit einem schwierigen Thema. Trotzdem ließen nicht wenige den Tag bei lebhaften Gesprächen im Nachtcafe ausklingen.
Aufbruch oder Ausbruch in die Freiheit
Nach einer kurzen Nachtruhe - für viele im Massenquartier - ging der zweite SOS-Tag mit einem Gottesdienst weiter. Rudolf Westerheide schilderte anhand der biblischen Geschichte vom besessenen Geraseners aus Markus 5, 1-20, den Auf- oder Ausbruch eines Menschen in die Freiheit.
Mir wird bewusst: „Wir können an unserer Einzigartigkeit leiden. Sei es unser Aussehen, unsere Fähigkeiten, mangelnde Talente etc. Aber Gott stört das nicht, auch nicht, was ich aus mir gemacht habe. Es würde tatsächlich etwas fehlen, wenn es mich nicht gäbe.“ Die Predigt mündete in der Feststellung, dass wir befreit sind zum Leben. Ziel einer jeden Seelsorge und Begleitung ist es, das die Verantwortung für das eigene Leben wieder übernommen wird. Menschen müssen ins Leben entlassen werden.
Mehr geht nicht!
Nach der letzten von insgesamt vier Seminareinheiten und vier Plenumsveranstaltungen in nur 26 Stunden sind die Leute erschlagen. Mehr geht nicht. Trotzdem gibt es kaum jemanden, der nicht ein Lob für die Organisation, die gute Versorgung und die freundlichen Mitarbeiter übrig hätte. SOS ist kein Fastfood und keine Wellnessoase. Es ist intensiv und herausfordernd. Aber SOS ist ein Rettungsring für die Nöte unserer Kinder und Jugendlichen. Nun geht, handelt und setzt das Gelernte um. Es gibt so viele die Hilfe brauchen.
Und am 25./26. Januar 2014 gibt es wieder SOS, denn es gibt noch viel zu tun.
Jörg Maushake
Fotos
Achtung:
- SOS ist Thema bei EC Talk & Music am 5. März ab 19 Uhr bei Crosschannel.de
- Am 7. März um 19:15 Uhr berichtet IdeaFernsehen/Nachrichten bei BibelTV über SOS